
enn wir nach einem langen Tag völlig platt sind, schieben wir das meist auf zähe Meetings, herausfordernde Arbeitstage oder anstrengende Projekte. Doch es kann auch ein anderer, unterschätzter Faktor dahinterstecken: Unsere Augen leisten Schwerstarbeit und das kostet den Körper Energie.
Biologisch betrachtet sind die Augen viel mehr als nur Sensoren – sie sind eine direkte Verlängerung des Gehirns. Man kann sie sich als Hochgeschwindigkeits-Leitung zur Schaltzentrale vorstellen. Das Auge liefert die Daten, aber erst das Gehirn baut daraus das Bild, das man vor sich sieht.
Das Problem: Wenn wir stundenlang auf den Monitor starren, ist das für unser System ein echter Kraftakt. Unsere Augenmuskeln müssen den Fokus permanent im Nahbereich halten, das ist in der Regel eine Dauerbelastung.
Visueller Stress und mentale Erschöpfung gehen oftmals Hand in Hand. Wenn das Gehirn stundenlang blaues Licht, Kontraste und kleine Schriften verarbeiten muss, braucht dieser Filterprozess ordentlich Rechenleistung.
Zwar ist die Arbeit am Bildschirm nicht der alleinige Grund für Erschöpfung, aber sie kann maßgeblich sein: Wenn die Augen brennen oder die Sicht an Schärfe verliert, muss das Gehirn diesen Qualitätsverlust mühsam ausgleichen. Die Folge? Die Konzentration sinkt, die Fehlerquote steigt und der Kopf brummt.
Gute Nachricht: Der Prozess kann mit kurzen Seh-Pausen unterbrochen werden. Dabei geht es darum, den „Tunnelblick“ aufzubrechen, zum Beispiel mit folgenden Übungen:
Der Blick in die Ferne: Wenn man aus dem Fenster zum Horizont schaut, lässt die Anspannung der Augenmuskeln nach. Es ist für das visuelleSystem das Signal, vom „Arbeitsmodus“ kurz in den Leerlauf zu gehen.
Kurze Dunkelpause: Für eine Minute die Augen schließen. Indem die visuelle Informationsflut gekappt wird, wird für einen Moment auch der Druck aus der Reizverarbeitung genommen. Das Gehirn bekommt eine kurze Verschnaufpause von der Daten- und Sinnenflut.
Bewusstes Blinzeln: Am Monitor starren wir oft wie gebannt und vergessen das Blinzeln. Die Folge sind trockene Augen, die das Sehen noch anstrengender machen. Ein paar bewusste Lidschläge wirken wie ein regenerierender Schutzfilm.
Augenpausen können eine smarte Energieregulierung im Arbeitsalltag sein. Wer den Blick regelmäßig vom Monitor löst, entlastet nicht nur die Optik, sondern behält auch länger die nötige Klarheit für die wichtigen Aufgaben des Tages.